Tibetischer Buddhismus / Tantra

Artikel zum Thema Tibetischer Buddhismus / Tantra der Zeitschrift "Tibet und Buddhismus".

Tibeter im Exil - eine Demokratie entwickelt sich

Als China 1949 mit seinem Militär in Tibet einmarschierte, war Tibet ein theokratischer Staat und China in den Fängen einer idealistischen, kommunistischen Revolution. Heute leben Chinesen und Tibeter in Tibet unter einem totalitären, chinesischen Regime; die Tibeter, die ins Exil gingen, haben eine aufstrebende demokratische Regierungsform entwickelt.

Anders als viele Demokratien, die im 20. Jahrhundert entstanden sind, wurde die tibetische Demokratie nicht durch eine fremde Macht aufoktroyiert oder durch einen Volksaufstand erreicht. Vielmehr verdankt sie ihr Entstehen vor allem dem traditionellen höchsten Führer Tibets, Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama, auf dessen Initiative sich das tibetische Volk engagierte. Die tibetische Demokratie hat sich in den letzten 40 Jahren schrittweise entwickelt und wurde nicht nur von den Prinzipien der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte geleitet, sondern auch von den tibetischen kulturellen Werten.

Die tibetische Exilregierung (Tibetan Government in Exil, TGIE) ist die Fortführung der legitimen Regierung Tibets, die vor der Invasion Chinas regierte. Der Dalai Lama gründete sie 1959 nach seiner Flucht aus Tibet. Der Amtssitz dieser Regierung befindet sich in Dharamsala, Indien. Die Exilregierung hatte von Anfang an zwei Aufgaben: Die Wiederherstellung der Freiheit in Tibet sowie die Unterstützung der tibetischen Flüchtlinge. Beide Aufgaben sind gewaltig, bedenkt man die Hindernisse für die tibetische Freiheit, den ständigen Zustrom Tausender Flüchtlinge in jedem Jahr und die beschränkten finanziellen Mittel der Exilregierung.

Die Regierung ist an diesen Aufgaben in bemerkenswert erfolgreicher Weise gewachsen. Sie lenkt den politischen Kampf des tibetischen Volkes, kümmert sich um mehr als 130.000 Flüchtlinge und arbeitet unermüdlich daran, Tibets überlieferte Kultur zu erhalten. Gleichzeitig hat sie zum ersten Mal in der tibetischen Geschichte eine Demokratie mit Bürgerbeteiligung erschaffen. Die TGIE arbeitet auf der Grundlage einer Verfassung, bekannt als Charta der Exil-Tibeter, die von einer verfassungsgebenden Versammlung entworfen und vom Exil-Parlament angenommen wurde. Die Charta beruft Seine Heiligkeit als das Oberhaupt der tibetischen Nation und sorgt für eine unabhängige Exekutive, Judikative und Legislative.

Im Jahre 1960 wurde das tibetische Parlament geschaffen, das heute als Versammlung der tibetischen Volksvertreter (Assembly of Tibetan People's Deputies, ATPD) bekannt ist. Die Anzahl der Parlamentarier beträgt heute 46. Von diesen werden je zehn von den Tibetern aus drei traditionellen tibetischen Provinzen gewählt, je zwei Mitglieder werden von jeder der fünf religiösen Traditionen und je drei von den in Nordamerika bzw. Europa lebenden Tibetern gewählt. Seine Heiligkeit benennt drei herausragende Vertreter der tibetischen Gesellschaft dieser Versammlung. Die Versammlung hat weitreichende rechtliche und finanzielle Befugnisse. Sie kommuniziert mit ihren Wählern durch örtliche Vertretungen in mehr als 50 tibetischen Siedlungen, verteilt über Indien und Nepal.

Wahlen finden in zwei Phasen statt und werden von einer Wahlkommission überwacht. Das Wahlsystem ist tibetischen Kulturwerten angepasst, die sich am Ideal der Genügsamkeit orientieren und Ichbezogenheit negativ betrachten. Daher bewerben sich Kandidaten in der ersten Phase nicht für ein Amt, stattdessen werden Kandidaten von Wählern vorgeschlagen. Die Kandidaten, die von den meisten Wählern vorgeschlagen wurden, werden dann vom Wahlkomitee gebeten, ihre Kandidatur zu erklären; erst in einem zweiten Durchgang stellen sie sich zur Wahl.

Im Jahre 1997 war der Vorsitzende des Parlaments besorgt, ob die Gesetzgebung in technischer Hinsicht gut genug vorbereitet war. Nachdem dies mit dem Tibetan Justice Center (TJC) erörtert worden war, wurde entschieden, dass die Versammlung rechtliche Beratung benötigt, um die Qualität der Gesetzgebung in Zukunft zu sichern. Daraufhin entwickelte das TJC ein dreijähriges Trainingsprogramm für Rechtsberater, angepasst an die Bedürfnisse des tibetischen Parlaments. Der Vorsitzende des Parlaments ernannte zwei Tibeter, die dieses Programm durchlaufen sollten. Die beiden Teilnehmer absolvierten ein zweijähriges Studium in Indien und ein drittes Studienjahr in den Vereinigten Staaten. Derartige Bemühungen auf Seiten des Parlaments zeigen deutlich das ernsthafte Engagement dieser Versammlung für eine demokratische Entwicklung.

Die Exekutive: Tibetische Demokratie stärken

Die Exekutive der tibetischen Exilregierung ist bekannt als "Kaschag" oder Kabinett. Ursprünglich wurden die Minister von S.H. dem Dalai Lama ernannt. Über Jahre hinweg hatte der Dalai Lama seine Rolle in der Regierung aktiv eingeschränkt in dem Bemühen, die tibetische Demokratie zu stärken. Im Jahre 1990 forderte Seine Heiligkeit das Parlament auf, den Kaschag zu wählen. Zu jener Zeit war dieser Vorschlag außergewöhnlich, da die meisten Tibeter nicht wünschten, dass die Position Seiner Heiligkeit an Gewicht verlor, da sie völliges Vertrauen in ihn als ihr Oberhaupt setzen. Seine Heiligkeit hatte andererseits großes Vertrauen in die Demokratie und wusste, dass das traditionelle System der politischen Führung, basierend auf Reinkarnation, für die gegenwärtigen Umstände nicht passte, da sein Tod ein möglicherweise fatales Machtvakuum in der tibetischen Gesellschaft hervorrufen könnte. So wurde der Kaschag zwischen 1990 und 2001 vom Parlament aus Kandidaten, die von Seiner Heiligkeit vorgeschlagen wurden, gewählt. Im Gegenzug wählten die acht Minister, genannt Kalöns, einen Vorsitzenden aus ihren eigenen Reihen.

In den späten neunziger Jahren machte der Dalai Lama weitere Vorschläge, um den Kaschag zu stärken. Er schlug vor, dass der Vorsitzende Kalön als Oberhaupt direkt vom tibetischen Volk gewählt würde. Nach mehrjähriger Diskussion übernahm das Parlament im Jahr 2001 den Vorschlag Seiner Heiligkeit. Die Position des Vorsitzenden Kalön, genannt Kalön Tripa, ist nun das Äquivalent zu dem, was wir im Westen Premierminister nennen würden. Dass diese Person nun in einer öffentlichen Wahl gewählt wurde, bedeutet eine erhebliche Veränderung in der politischen Landschaft Tibets. Bisher war die einzige Person, die eine klare und unwidersprochene Führungsposition in der tibetischen Gesellschaft genoss der Dalai Lama. Nun wurde mit einem allgemein gewählten Vorsitzenden Kalön eine zweite, demokratisch gewählte politische Führungsposition geschaffen. Um die Position des Vorsitzenden Kalön weiter zu stärken, stimmte die Versammlung einer Änderung zu, die dem Vorsitzenden erlaubt, sein Kabinett aus Ministern, die parlamentarisch bestätigt werden müssen, selbst zu ernennen.

Die erste Wahl des Kalön Tripa war äußerst bemerkenswert. Wie in den Wahlen für die Versammlung nominierten die Wähler in der ersten Phase der Wahl die Kandidaten. Eine Person, Samdhong Lobsang Tenzin, besser bekannt als Prof. Samdhong Rinpoche, gab vor der Wahl eine unzweideutige öffentliche Erklärung ab, dass er nicht als Kandidat zur Verfügung stehe. Nach zwei Perioden als Vorsitzender des Exilparlaments wollte er sich aus dem politischen Leben zurückziehen. Als aber die ersten Wahlergebnisse veröffentlicht wurden, war es Samdhong Rinpoche, der 82 Prozent der Stimmen auf sich vereinigte. Samdhong Rinpoche, ein Mönch und hoch geachteter Gelehrter für Sanskrit und Philosophie, ist bekannt als entschiedener Verfechter der gewaltfreien Strategie Gandhis. Er war von den ersten Wahlresultaten überrascht. Während der abschließenden Wahl zog er sich in den Süden Indiens zu einer Klausur zurück und war für die Medien unerreichbar ? mit Sicherheit kein Stil, der in den Vereinigten Staaten zu guten Resultaten geführt hätte. Um ein Gefühl zu vermitteln, wer dieser bemerkenswerte Mensch ist, zitiere ich aus seiner Antrittsrede, die er hielt, nachdem er mit 84 Prozent der Stimmen formell zum Kalön Tripa gewählt worden war:

"Wie Sie wissen, habe ich der Gemeinschaft der Exil- Tibeter in vielfacher Weise über vier Jahrzehnte gedient ... Obwohl ich dies unter der Obhut Seiner Heiligkeit des Dalai Lama so gut ich konnte getan habe, bin ich mit meinen Leistungen in keiner Weise zufrieden. Dann bewogen mich mein Alter und zahlreiche andere Faktoren zu der Entscheidung, keine Stellung oder kein Amt in der Exilgemeinschaft anzunehmen. Danach wurde ich informiert, dass wider meine Erwartungen überraschend viele Wähler mich als Kandidaten für den Vorsitzenden des Kaschag nominiert hatten. Ich war skeptisch und sehr unsicher. In einer Demokratie hat jeder Bürger das Recht, an einer Wahl teilzunehmen oder seinen Namen von der Nominierungsliste zu streichen.

Mittlerweile habe ich viele Briefe von fast allen Gemeinschaften der Exil-Tibeter erhalten, dass es nicht richtig wäre, wenn ich meinen Namen streichen lassen würde. Einige dieser Botschaften kamen auch aus Tibet. Dies hat mich tief berührt und mich bewogen, die Sache noch sorgfältiger zu überdenken. Normalerweise bin ich davon überzeugt, dass im Falle eines Interessenkonflikts zwischen einer großen Anzahl von Personen und einigen wenigen, die Mehrheit entscheiden muss. Als ich die Sache genauer durchdachte, wurde mir bewusst, dass ich den Willen von mehr als 30.000 Wählern ignoriert und auf der Ausführung meiner eigenen Rechte bestanden hatte. Ich würde also im Falle einer Ablehnung des Amtes gegen meine eigene Überzeugung handeln.

Außerdem wurde mir deutlich, dass meine Ablehnung, an den Wahlen teilzunehmen, ein Schlag gegen die erste demokratische Handlung dieser Art wäre. Daher gab ich meinen früheren Plan auf und nahm an den Wahlen teil. Nunmehr habe ich entsprechend der endgültigen Wahlen diese Verantwortung übernommen. Selbstverständlich ist dies eine ungeheure Verantwortung. Ich habe den festen Entschluss, mich ernsthaft und selbstlos einzusetzen."

Besonders wichtig ist, dass jetzt die Position des direkt gewählten Vorsitzenden Kalön geschaffen ist und dass diese Person über die Macht verfügt, ihr eigenes Ministerkabinett zusammenzustellen. Dadurch vermindert sich die Abhängigkeit der Tibeter von der Führung des Dalai Lama. Es sollte ebenfalls beachtet werden, dass Seine Heiligkeit Anfang 2001 den Wunsch äußerte, seine gesamten politischen Verantwortlichkeiten an den Vorsitzenden Kalön und die Versammlung zu übergeben. Dies ist bisher noch nicht geschehen, da sowohl die Versammlung als auch der Vorsitzende Seine Heiligkeit baten, diese Bitte noch einmal zu überdenken.

Dissenz mit dem Dalai Lama erwünscht

Der dritte Arm der Tibetischen Regierung im Exil, die Judikative, ist bekannt als die Oberste Tibetische Justizkommission. Diese Kommission wird von einem vorsitzenden Justizbeauftragten und zwei Beigeordneten geleitet. Da die in Indien lebenden Tibeter dem indischen Gesetz unterstehen, basiert die Rechtsprechung der Kommission auf indischem Schiedsrecht. Dieses erlaubt in Zivilverfahren, einen Streit von Schiedsrichtern entscheiden zu lassen, die von den Kontrahenten benannt werden. In solchen Fällen wählen die Tibeter die Oberste Justizkommission als Schiedsrichter.

In den vergangenen fünf Jahren hat diese Kommission Regeln für Verfahren und Beweiserhebungen verkündet. Sie hat zum ersten Mal über die Verfassungsmäßigkeit eines Aktes des Parlaments entschieden. Sie fand heraus, dass durch die Art, in der die Versammlung bestimmte Wahlregeln verkündete, die Charta verletzt wurde. Im Jahre 1998 koordinierte die Tibetische Justizabteilung eine Reise des Vorsitzenden der Justizkommission in die Vereinigten Staaten, wo er Richter, Rechtsprofessoren und Anwälte traf, um mit ihnen die Vorteile unterschiedlicher Rechtssysteme zu diskutieren. Es wird erwartet, dass der Gerichtshof in den nächsten Jahren lokale Rechtskommissionen in den tibetischen Siedlungen errichten wird.

Demokratie ist natürlich nicht nur von den Institutionen abhängig, sondern ebenfalls von der allgemeinen Beteiligung. In den ersten Jahren des Exils tendierte die Bevölkerung, die keine Erfahrung mit einer Demokratie hatte, dazu, sich dem Urteil Seiner Heiligkeit zu unterwerfen. In den letzten drei Jahrzehnten hat der Dalai Lama politische Debatten entschieden unterstützt und die Tibeter ausdrücklich aufgefordert, zu äußern, wenn sie mit seiner Sichtweise nicht übereinstimmen. Dies war auf Grund des außerordentlichen Respekts der Tibeter für Seine Heiligkeit und ihrer Scheu, mit ihrem religiösen und politischen Führer nicht einer Meinung zu sein, ein langsamer, aber dennoch fortschreitender Prozess. Als Teil dieser Entwicklung wuchsen die Tibetischen Nicht- Regierungsorganisationen wie der sehr aktive Youth Congress, die Frauenvereinigung und regionale Einrichtungen; ebenso entwickelte sich die Nationale Tibetische Demokratie-Partei. Entscheidend ist auch, dass die Zahl der tibetischen Medien über die Jahre hinweg zugenommen hat; es gibt jetzt mindestens sechs große tibetische und vier englischsprachige Zeitschriften. Dies hat sehr zur Dynamik der oft hitzigen politischen Diskussionen beigetragen.

Unabhängigkeit oder Autonomie

Die umstrittenste politische Frage ist bei Weitem die politische Zukunft Tibets: Unabhängigkeit oder Autonomie. Seit 1988 hat Seine Heiligkeit eine politische Lösung mit China vorgeschlagen, die den Tibetern grundlegende Eigenverwaltung innerhalb des Rahmens des chinesischen Staates erlaubt. Viele Tibeter widersprechen jedoch heftig dem Vorschlag Seiner Heiligkeit für einen politischen Status geringer als die Unabhängigkeit.

Mit dem Vorschlag des Dalai Lama kristallisierten sich zwei wichtige Aufgaben heraus: erstens für die tibetische Exilregierung, klar zu definieren, was für eine Art von Autonomie sie für Tibet vorschlägt, und zweitens für die tibetische Gemeinschaft, einen Diskurs auf der Basis von Informationen innerhalb der tibetischen Gemeinschaft über dieses Thema zu fördern. Zur Bewältigung der ersten Aufgabe führte das TJC eine Studie in 34 autonomen Regionen der ganzen Welt durch und analysierte systematisch, wie Regierungsgewalt zwischen autonomen Regionen und Staatsregierungen in diesen Gebieten aufgeteilt ist. Ziel dieser Studie war es nicht, ein bestimmtes Autonomiemodell für Tibet vorzuschlagen, sondern die Tibeter mit Informationen zu versorgen, wie andere Völker Selbstverwaltung ohne Unabhängigkeit erreicht haben.

Das TJC stellte diese Studie 1999 in Neu Delhi den tibetischen Ministern, Parlamentariern und NGO-Führern auf einer Konferenz vor. Nach dieser Konferenz, die die Möglichkeiten und Gefahren, die in den autonomen Modellen liegen, sorgfältig geprüft hat, gründete die Exilregierung eine Sonderkommission, die einen detaillierten Vorschlag für Autonomie ausarbeiten sollte. Viele Tibeter, die nicht Mitglied der Regierung sind, lehnen Autonomie auf Grund des trostlosen Beispiels der gegenwärtigen Autonomen Region Tibet schlicht ab, ohne zu verstehen, dass Autonomiemodelle von vielen Faktoren abhängen, zum Beispiel davon, wo die Regierungsgewalt angesiedelt ist und welche rechtlichen Rahmenbedingungen existieren.

Auf der anderen Seite unterstützen einige Tibeter ein Autonomiemodell einfach nur, weil Seine Heiligkeit es vorgeschlagen hat, ohne sich der Chancen bewusst zu sein, die aus den verschiedenen Formen der Autonomie resultieren. Daraus folgt, dass die Debatte über Autonomie oder Unabhängigkeit in der Vergangenheit fundiertes Wissen vermissen ließ. Nach Konsultationen mit Seiner Heiligkeit und Prof. Samdhong Rinpoche entwickelte das TJC zusammen mit dem Tibetischen Parlamentarischen und Politischen Forschungszentrum ein gesellschaftliches Trainingsprogramm über Autonomiemodelle, um fundierte Diskussionen zwischen der Gesellschaft und ihren politischen Vertretern anzuregen.

Die tibetische Exilregierung ist ein einzigartiges Modell, wie eine Freiheitsbewegung und die Entwicklung einer Demokratie Hand in Hand gehen. Zusammen mit der Verpflichtung der Tibeter zur Gewaltlosigkeit könnte ihr Freiheitskampf ein Modell für Völker der ganzen Welt sein, wie diese eine Verwaltung in Übereinstimmung mit international akzeptierten Normen schaffen könnten. In dieser Zeit der nicht enden wollenden Gewalt sollten wir uns fragen, warum die internationale Gemeinschaft den tibetischen Freiheitskampf nicht durch entschlossenere Aktionen unterstützt, statt durch bloße Worte und gelegentliche Gesten. Wir vom Tibetan Justice Center meinen, dass die amerikanische Regierung und die internationale Gemeinschaft nicht nur aktiv gegen den Terrorismus vorgehen sollten; sie sollten auch aktiv Freiheitskämpfe unterstützen, die sich von den Werten der Gewaltfreiheit und Demokratie leiten lassen.

Wenn sie die politischen und finanziellen Ressourcen, die für militärische Einsätze aufgewendet werden, stattdessen in die Unterstützung gewaltfreier und demokratischer Bemühungen fließen ließen, würden wir sicherlich unsere eigenen Interessen besser schützen und international mehr für den Frieden tun können. Wir sollten die Ressourcen soweit wie möglich nutzen, um die tibetische Exilregierung in ihrem Bemühen zu unterstützen, auf dem Verhandlungswege eine echte tibetische Selbstverwaltung zu erreichen.

Aus dem Englischen übersetzt von Anke Klinkenber

 

Erschienen in "Tibet und Buddhismus", Heft 63, 2002
www.tibet.de/zeitschrift

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