Orden

Artikel zum Thema Orden der Zeitschrift "Tibet und Buddhismus".

Geshe Thubten Ngawang IM TIBETISCHEN ZENTRUM 1979 -2003

Der 1932 am Kailaœ geborene Geshe Thubten Ngawang hätte sich nicht träumen lassen, dass er einmal in Deutschland landen würde, dessen Namen er nicht kannte und das er erst mit „Japan“ verwechselt hatte. Am 5. Mai 1979 begrüßte ihn der Gründer des Tibetischen Zentrums, Peter Turner, in Hamburg.  Geshe-la leistete Pionierarbeit in der Vermittlung des tibetischen Buddhismus in Deutschland. 1981 nahmen zwei seiner ersten deutschen Schüler, Carola Roloff (September 1981) und Christof Spitz (November 1981) die Ordination.

1981 Den ersten großen Meditationskurs gab Geshe Thubten Ngawang 1981. Es war auch der erste Kurs, den Christof Spitz direkt vom Tibetischen ins Deutsche übersetzte. Geshe Thubten Ngawang war immer sehr vielseitig: ob beim Unterrichten oder beim Zubereiten von Momos.

1982 Der erste Höhepunkt seines Aufenthalts in Deutschland war der Besuch S.H. des Dalai Lama. Mit der engen Anlehnung an den Dalai Lama zeigte Geshe Rinpoche die authentische Qualität seiner Arbeit.

1983/84 Mittlerweile wuchs die Ordiniertenschar: Im April 1983 wurde Oliver Petersen zum Mönch geweiht. Das Tibetische Zentrum war mittlerweile in ein größeres Haus nach Hamburg-Rahlstedt umgezogen. Geshe Thubten Ngawang weihte den Tempel 1984.

1985 Ein Meilenstein für den Buddhismus in Deutschland war die Gründung der Buddhistischen Religionsgemeinschaft (BRG). Geshe Thubten Ngawang hatte wesentlich das „Buddhistische Bekenntnis“ mitverfasst, das alle Buddhisten hierzulande anerkennen.

1987 Unter der fachkundigen Anleitung von Geshe Rinpoche bauten seine Schüler einen St ̋pa. Zur Einweihung kamen Lamas und Geshes aus ganz Europa, darunter Kensur Geshe Ugyen Rinpoche, Geshe Jampa Lodrö, Geshe Gendün Sangpo, Geshe Jampa Thekchok, Gonsar Tulku, Lama Lodroe. 1987 traf sich der Arbeitskreis Interreligiöser Dialog erstmals im Tibetischen Zentrum. Oliver Petersen (hinten links) nahm anfangs als Übersetzer für Geshe-la teil, später auch in Vertretung für ihn.

1986-88 Durfte Geshe Rinpoche 1986 noch nach Tibet einreisen, wurde ihm im Jahr 2001 sein Visumsantrag abgelehnt. Von Dezember 1987 bis März 1988 reiste Geshe Thubten Ngawang mit einer Schülerschar nach Indien und Nepal. Auf dem Gruppenfoto sieht man links neben Geshe-la Geshe Ngawang Sonam.

1989-1992 Geshe Rinpoche verband mit seiner DharmaPraxis auch politisches Engagement. Er nahm 1989 an der Tibetanhörung in Bonn teil, die Petra Kelly initiiert hatte. Geshe-la beteiligte sich auch an Demonstrationen für Tibet. Die Begegnung mit Franz Alt fand 1992 während des Deutschen Umwelttages statt.

1990 Die Verbindung Geshe Thubten Ngawangs zu seinem Stammkloster Sera Je in Südindien war immer eng geblieben. Ausdruck dafür war auch die Gründung der Flüchtlingshilfe, die seit 1983 von Carola Roloff organisiert wird.

1991/92 Ein weiterer Höhepunkt des Wirkens von Geshe Rinpoche in Deutschland war der Besuch des Dalai Lama 1991 in Hamburg. Die Schirmherrschaft hatte Prof. CarlFriedrich von Weizsäcker übernommen.

1996 Mit der Einweihung des Meditationshauses Semkye Ling in der Lüneburger Heide ging ein lang gehegter Wunsch Geshe Rinpoches in Erfüllung: einen ruhigen Ort zur Vertiefung der Praxis zu haben

1998 Der Dalai Lama segnte das Meditationshaus durch seine zehntägige Anwesenheit und weihte auch den Tempel ein.

2000-2003 In den letzten Jahren widmete sich Geshe Thubten Ngawang den Vorbereitenden Übungen. Er stellte mit Hilfe einiger Schüler u.a. 100.000 kleine Statuen („Kündra“) her. Auch fand er Zeit für wichtige Kontakte: Er traf Irmtraut Wäger von der Deutschen Tibethilfe und Chhime Chhökyapa, den Repräsentanten S. H. des Dalai Lama aus Genf. Dies war seine letzte Begegnung, bevor er am 21. November 2002 ins Krankenhaus kam. Das letzte Bild wurde am 3. Januar aufgenommen, eine Woche vor seinem Tod.

Zusammen mit Lamas


Geshe Thubten Ngawang scheute sich am Anfang seiner Lehrtätigkeit im Westen, über das „Anvertrauen an den geistigen Lehrer“ zu unterrichten. Er selbst jedoch praktizierte es bis zum letzten Moment seines Lebens. Geshe Jampa Khedrup (2. Bild von rechts) war sein wichtigster Lehrer zu Beginn seiner religiösen Praxis. Im weiteren Verlauf spielte Geshe Rabten (2. Bild von links) eine große Rolle. Besonders nach dem Tod von Geshe Rabten stützte Geshe Rinpoche sein Vertrauen verstärkt auf S.H. den Dalai Lama und Kensur Rinpoche, die ihm gerade für die letzte Phase seines Lebens wichtige Ratschläge gaben. Wichtige Begegnungen mit Lamas in der letzten Reihe unten von links nach rechts: mit dem großen Tantrameister Song Rinpoche, mit dem 98. Ganden Tripa, damaliges Oberhaupt der Gelug-Schule, Jampel Shenpen, mit Lama Doboom Tulku (beide hatten zusammen im Kloster Dargye in Ost-Tibet studiert) und mit Geshe Sönam Rinchen, seinem besten Dharmafreund, der in Dharamsala lebt.

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