Familie / Erziehung

Artikel zum Thema Familie / Erziehung aus der Zeitschrift "Tibet und Buddhismus".

Gastlama im Tibetischen Zentrum

Geshe Ngawang Sonam, der im Juli nach Deutschland kam, lebt nun für ein Jahr als Gast-Lama im Tibetischen Zentrum. Eigentlich sollte er Geshe Thubten Ngawang während seiner Tibet-Reise vertreten. Aber leider wurde der Visums-Antrag vom Chinesischen Generalkonsulat in Hamburg abgelehnt, so dass die Reise in seine Heimat ausfallen muss.

Geshe Ngawang Sonam wurde 1963 in Tö (West- Tibet) geboren. Er kam im Alter von drei Jahren zusammen mit seiner Mutter ins Exil. Sie lebten im Grenzgebiet Tibets zu Nepal und später in einer tibetischen Flüchtlingssiedlung in Nepal. Mit 14 Jahren trat er ins Kloster Sera ein. Dort gab es einen Mangel an Nachwuchs. Deshalb zogen Mönche durch die Auffanglager und gaben überall bekannt, dass junge Männer herzlich willkommen seien, ins Kloster einzutreten. Die Mutter Geshe Ngawang Sonams trug ihn daraufhin auf eine Liste ein, um ihn in Sera anzumelden. "Ich war 14 Jahre alt, und weder begeisterte mich die Idee des Mönchslebens noch war ich völlig abgeneigt. Heute denke ich, dass es sehr gut war, dass meine Mutter es so entschieden hat," sagt Geshe-la.

In Sera durchlief Geshe Ngawang Sonam die traditionelle Ausbildung. 1995 machte er aus gesundheitlichen Gründen, obwohl er vom Abt schon für die Prüfung zum Lharampa-Geshe zugelassen war, seinen Abschluss als Geshe Rigrampa. Seine wichtigsten Lehrer sind Geshe Wangchen, ein Studienkollege von Geshe Thubten Ngawang in Sera, und Geshe Lobsang Palden, ein Schüler von Gen Khensur Rinpoche. Von Geshe Thubten Ngawang erhielt er einige Monate Unterricht, bevor dieser 1979 nach Deutschland ging. Er lebt in Sera im Haus von Geshe Thubten Ngawang.

Nach Ende seiner Ausbildung war Geshe Ngawang Sonam ein Jahr lang Disziplinar in der Tehor-Regionalabteilung von Sera Je. Ab 1996 wurde er Studienlehrer von ganz Sera Je, das heißt er betreute drei Jahre lang die Studien von 2300 Mönchen, die im Sera Je-Kolleg derzeit studieren. Er organisierte und beaufsichtigte den Studienablauf, einschließlich der Prüfungen und Debatten, und bereitete die Winterdebatte für die 200 besten Studenten vor. Parallel hat er, auch schon vor seiner Geshe-Prüfung, über einige Jahre hinweg Mönche im Kloster Sera unterrichtet, vorwiegend Partschin, das Studiengebiet der spirituellen Pfade, und Uma, die Philosophie der Madhyamika-Schule. Zuletzt hatte er fünf Klassen mit eigenen Schülern.

Vorerst wird Geshe Ngawang Sonam im Meditationshaus Semkye Ling wohnen, um sich einzuleben, und danach voraussichtlich ins Hamburger Haus einziehen. Er wird Meditationen anleiten und Geshe Thubten Ngawang bei der Durchführung von Ritualen unterstützen oder sie selbst anleiten. Geshe Ngawang Sonam hat langjährige Erfahrung mit der Durchführung von Ritualen, insbesondere gehörte er in Sera Je über Jahre zu einer Gruppe von Mönchen, die für das Kloster regelmäßig die Hayagriva-Pujas durchführen.

Geshe Ngawang Sonam wird im kommenden Jahr hauptsächlich Geshe Thubten Ngawang entlasten. Insbesondere wird er an den Wochenenden bei den Arbeitskreisen und Wochenendseminaren der langjährigen Studienkurse für die Studenten da sein. Außerdem wird er Geshe Thubten Ngawang während seiner Indienreise von Dezember 2001 bis Februar 2002 vertreten. Er wird den Weihnachtskurs "Buddhistische Geistesschulung und Powa-Praxis" in Hamburg leiten und ebenso eine Yamantaka-Klausur in Semkye Ling. Auch wird er gelegentlich die Meditation am Dienstag Abend im Tibetischen Zentrum anleiten.

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