BUCHBESPRECHUNGEN

Hannes Michel: Dzogchen im Westen

Den Löwenanteil dieser Studie, die vom Autoren als Diplomarbeit vorgelegt wurde, bildet eine Zusammenschau und Auswertung der Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Psychologie und Dzogchen. Dabei wird eine Fülle von Ansätzen betrachtet und kritisch hinterfragt: C.G. Jung, Achtsamkeitsbasierte Verhaltenstherapie, Transpersonale Psychologie, Wilber u.a. Wir sehen die Phasen, in denen sich Westen und Osten bisher einander angenähert haben und weiter integrieren könnten. Auch wird auf wichtige kulturspezifische Gefahren hingewiesen; so fehlt es z.B. im Westen an asiatischen Qualitäten wie Demut, Bescheidenheit und Reinheit (S.54), was uns zur Wachsamkeit ermahnt.

Nur kurz geht es wirklich um neue „Forschung“ – das sind hier Interviews (in meist schwer verständlichem Englisch) mit Dzogchen-Meistern der Bön-Tradition und ihren westlichen Schülern. Die Bönpos verstehen sich als Schüler eines anderen Buddhas, der vor Buddha Shakyamuni gelebt hat, und damit als Vertreter derselben Lehre. Es zeigen sich unterschiedliche Standpunkte, wie weit sich der Dharma westlichen Erwartungen anpassen sollte. Der Autor gibt vor allem Ausblicke darauf, wie weiter geforscht werden könnte und sollte.

Cornelia Weishaar-Günter

Hannes Michel: Dzogchen im Westen. Eine qualitative Studie zur Psychologie der non dualen Bewusstseinsforschung anhand von Expertenintervies. LITVerlag, Berlin 2011. 147 S., 19,90 €

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