BUCHBESPRECHUNGEN

Form ist Leere – Leere Form. Band 8 – Sterben und Tod

Ein 183 Seiten umfassendes Buch zu „Sterben und Tod“  und dem, was die buddhistischen Lehren dazu aussagen – da „der Buddhismus“ aber verschiedene Schulen hat, fanden in acht Beiträgen unterschiedliche Sichtweisen Eingang in dieses Werk. 

Nach Lisa Freunds Text zur westlichen Einstellung zu Tod und Sterben und Kübler-Ross zur neuzeitlichen Hospizbewegung geht im Folgenden Roland Berthold in seiner Abhandlung auf die „Chan-Schule des Lauteren Landes“ ein. Christoph Genpo-Hahn durchforstet das Zen und bietet, genretypisch, hübsche Gleichnisse und Zitate. „Morgens stirbt jemand, abends kommt ein Kind zur Welt, das ist das Menschenleben“ (Text aus dem Hojoki, 12. Jhd.). Alfred Weil erzählt und interpretiert, ganz Theravāda, die Geschichten von Personen aus dem Pāli-Kanon, die Formen des Sterbens und der Vergänglichkeit erleben, bis hin zur Schilderung vom Tod des Erleuchteten selbst.

Auch Peter Gäng geht im ersten Teil seiner Darlegung auf den Pāli-Kanon ein und schildert ähnliche Episoden wie Weil. Zusätzlich allerdings, und das ist durchaus inspirierend, betrachtet er die Auseinandersetzung mit dem Tod in der Meditation und legt eine etwas längere Lehrrede des Buddha zur Achtsamkeit auf den Körper dar. Im weiteren Verlauf erläutert er noch die Meditationsformen auf Vergänglichkeit im Mahāyāna und Vajrayāna, die sich ein wenig anders gestalten, aber doch ihren Sinn erfüllen, wenn man sie denn so anwenden will. Einen recht skurril anmutenden, faktisch jedoch eher unpassenden Abstecher macht die Herausgeberin Marianne Wachs mit ihrem kritischen Kommentar der esoterischen Sichtweise auf Sterben und Tod. Angenehm pragmatisch geht  Sylvia Wetzel in ihrem Text mit dem Tod um: Für sie gibt es davor vor allem ein Leben.

So bietet das Buch durchaus viel (Studien)Information, eloquent und nicht uninteressant. Ursula Richard jedoch zeigt mit ihrer sehr persönlichen Geschichte schließlich, worum es beim Thema eigentlich geht. Sie erzählt ganz einfach von ihren Erfahrungen mit dem Sterben ihres Vaters und dem eines nahen Freundes. Das geht ans Herz und macht unmittelbar klar, worum es in dem Buch geht.

Uwe Spille

Marianne Wachs (Hgb.): Form ist Leere – Leere Form. Band 8 – Sterben und Tod. Buddhistischer Studienverlag, Berlin 2010.  190 S., 14,80 €

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