Tibet & Buddhismus: Heft 42 3/1997 Schwerpunkt-Thema: Erleuchtung

Editorial von Geshe Thubten Ngawang

 

LIEBE LESERINNEN UND LESER ,

 

Ihr allen Mitgliedern, Studenten, Spendern, Mitarbeitern und Abonnenten dieser Zeitschrift möchte ich von Herzen dafür danken, daß Sie auch in den letzten Monaten unter manchmal großen Mühen Verantwortung für unseren Verein getragen haben. Dadurch konnte unsere Arbeit gute Früchte tragen. Die Klausuren und Seminare in unserem Meditationshaus „Semkye Ling“ sind sehr gut angelaufen. Die Arbeitskreise im Systematischen Studium verlaufen mit guter Beteiligung der Studenten. Allerdings erscheinen zu den Semesterprüfungen recht wenige Teilnehmer. Da es uns nicht möglich ist, wie im Kloster tägliche Debatten über die noch unklaren Punkte durchzuführen, erscheint es mir besonders wichtig, daß die Studenten die Prüfungsfragen bearbeiten. Andernfalls gerät der unzureichend verstandene Inhalt völlig in Vergessenheit. Ich empfehle deshalb allen Betreffenden, diese Gelegenheiten zur Selbstüberprüfung nicht zu versäumen.

 

Im September beginnt mit dem Kursus zu Shantidevas „Eintritt in das Leben zur Erleuchtung“ ein Lehrgang, der mir besonders am Herzen liegt. Der Text des indischen Bodhisattva gibt einen Überblick über die Essenz des gesamten Sutrapfades und faßt Hunderte von Mahåyånaschriften zusammen. Be sonders wertvoll sind die Übungen zur Entwicklung des Erleuchtungsgeistes. Der Dalai Lama lehrt diese Schrift, wann immer es ihm möglich ist, und in der KadampaTradition hatte sie im mer eine herausragende Bedeutung. Da ich nur einmal im Monat Unterricht gebe, müßte es eigentlich den meisten meiner Schüler – vor allem denen, die bereits ihr Studium abgeschlossen haben – möglich sein, daran teilzunehmen. Sie werden durch das Studium Freude an diesem wunderbaren Text finden, der einen das ganze Leben be gleiten und Ihr Verständnis des Lamrim wesentlich vertiefen kann.

 

Unser verehrter Lehrer Kensur Geshe Ugyen Rinpoche besuchte uns im Mai und gab tiefgründige Unterweisungen und unschätzbar wertvolle Initiationen. Wir erlebten erneut einen echten Vajrameister. Besonders erleichtert bin ich, daß Rinpoche trotz seines hohen Alters die Strapazen gut überstanden hat. Dennoch sollten wir nicht versäumen, Gebete für ein langes Leben und eine erneute Wiederkehr nach Deutschland von Rinpoche zu machen.

 

Geshe Tenpa Choephel, der vor einigen Monaten aus gesundheitlichen Gründen für eine Weile nach Indien zurückgekehrt ist, läßt alle seine Schüler und Bekannten herzlich grüßen. Seine von tibetischen Ärzten angeratene Kur schlägt gut an, erfordert aber weitere Behandlung vor Ort. Da außer dem im Kloster Sera derzeit einige Lehrer für mehrere Monate nach Tibet gegangen sind, bat er uns um Verständnis, daß er nicht wie geplant im Juli nach Deutschland zurückkehren kann.

 

Die Flüchtlingshilfe für die Tibeter im indischen Exil wird weiterhin sehr dankbar aufgenommen, und ich weiß, wieviel Mühe nötig ist, diese Hilfe zu ge währen. Besonders Irmtraut Wäger von der Deutschen Tibethilfe opfert sich für die Hilfsbedürftigen auf. Was uns Tibetern bleibt ist, ihr dafür mit Gebeten für ihre Gesundheit zu danken.

 

In Hamburg sehen wir dem Ende der Arbeiten am neuen Anbau entgegen, der aufgrund zunehmender Aktivitäten dringend erforderlich war. Schon bald werden die neuen Räume nutzbar sein. Ihnen, die Sie ins Zentrum kommen, und den Mitarbeitern stehen damit bessere Räumlichkeiten zur Verfügung. Herzlichen Dank vor allem den unermüdlichen Handwerkern!

 

Bei unserer  Arbeit für das Tibetische Zentrum sollten wir zeitweilige Schwierigkeiten leicht nehmen und uns deutlich machen, welch großer Nutzen für die Gesellschaft durch die se Tätigkeit bewirkt  werden kann. Von diesem Gedanken motiviert, können wir die Kraft finden, kontinuierlich mitzuhelfen, wo es nötig ist. Eine solche fortgesetzte hilfreiche  Tätigkeit wird in der Gesellschaft immer mehr Anerkennung finden. Unser Hauptziel ist es, den Dharma aufrechtzuerhalten und ihn den Menschen künftiger Generationen für eine glückliche Zukunft zur Verfügung zu stellen. Dafür ist es aber notwendig, die gesamte Lehre in ihrer ganzen Tiefgründigkeit zu übermitteln und nicht nur Ausschnitte. Ich bitte Sie deshalb, neben Ihrem Studi um und der Anwendung der Lehre weiterhin unsere Arbeit zu unterstützen und bin sicher, daß wir zusammen einen großen Nutzen für viele bewirken können.

Heft 42 - 3/1997

Schwerpunkt-Thema: Erleuchtung

  • Editorial (PDF)
  • Christof Spitz: Einführung in den Mahayana-Buddhismus (PDF)
  • Khunu Lama Tenzin Gyaltsen: Die juwelengleiche Leuchte – Lobpreis des
    Erleuchtungsgeistes (PDF)
  • Kensur Geshe Ugyen Rinpoche: Warum Erleuchtung möglich ist (PDF)
  • Geshe Rabten: Meditation: Geduld bei der Übung von Dharma (PDF)
  • Interview mit Samdhong Rinpoche: „Das Leben zu opfern ist kein Selbstmord“ (PDF)
  • Gelong Dschampa Tendsin (Oliver Petersen): Interreligiöser Religionsunterricht: Gesprächskreis in Hamburg (PDF)
  • Oliver Petersen: Welchen Beitrag kann der Buddhismus zum Religionsunterricht in der Schule leisten? (PDF)
  • Aktuelles (PDF)
  • Buchbesprechungen (PDF)
  • Internes (PDF)

Tibet & Buddhismus: Heft 42 Erleuchtung

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