Tibet & Buddhismus: Heft 34 3/1995 Schwerpunkt-Thema: Potential für die Erleuchtung

Editorial von Geshe Thubten Ngawang

Liebe Mitglieder und Freunde,

vielen Dank für Ihre Bereitschaft, Verantwortung für das Gedeihen des Tibetischen Zentrums zu übernehmen, die Sie mit den Hausbewohnern zusammen auch in den letzten Monaten wieder gezeigt haben. Ich freue mich sehr über die praktische und finanzielle Hilfe und auch über die intensiven Bemühungen im Studium. Es ist meine Überzeugung, daß mit Hilfe unserer Institution durch die Vermittlung des Dharma ein großer Nutzen für den einzelnen und für die Gesellschaft erzielt wird und bitte Sie deshalb um weitere Unterstützung bei unserer Arbeit.

Wie Sie sicherlich den Medien entnommen haben, hielt sich S.H. der Dalai Lama im Mai in Deutschland auf. Bei diesem Besuch kam es erstmals zu einer Begegnung mit dem Außenminister und vielen anderen hochrangigen Politikern in Bonn. Dieser Erfolg für die tibetische Sache ist sicher auf die große Sympathie für das Volk der Tibeter in der deutschen Öffentlichkeit zurückzuführen. Immer wieder brachten Bürger ihre Sorge um das Schicksal meiner Landsleute zum Ausdruck und äußerten ihr Unverständnis über die nachgiebige Haltung Bonns gegenüber Chinas Menschenrechtsverletzungen und der Weigerung, den Dalai Lama zu empfangen. Viele Menschen haben die Menschenrechtsverletzungen in Tibet nicht nur zur Kenntnis genommen, sondern sich davon so stark berühren lassen, daß sie sich politisch engagieren. Ich bin sehr dankbar für diese Hilfe und hoffe auf eine Vertiefung dieser Prozesse, die meinem Volk in seiner gegenwärtigen Not von unschätzbarem Wert sind.

Im September wird der Dalai Lama nach Berlin kommen, um dort an der Eröffnung der Friedensuniversität teilzunehmen. Der Grundgedanke dieser Institution ist es, Vertreter verschiedener Disziplinen und Kulturen zum Gespräch zusammenzubringen, um so ganzheitliche Strategien der Friedensentwicklung zu fördern.

Bezüglich eines Klausurzentrums auf dem Land konnten wir trotz vielfältiger Angebote bisher nicht zu einem Abschluß kommen. Wir lassen uns davon aber nicht entmutigen und möchten Sie bitten, uns zu informieren, wenn Sie von einem interessanten Objekt hören. Für genauere Einzelheiten wenden Sie sich bitte an unser Büro. Mir liegt dieses Projekt sehr am Herzen, weil ich weiß, wie wichtig es ist, das Studium der Lehre durch die meditative Anwendung an einem abgeschiedenen Ort zu ergänzen, um auf diese Weise echte Erfahrungen im Dharma zu machen.

Die Erfahrungen im Dharma beruhen vor allem auf einem guten Verständnis des Stufenweges zur Erleuchtung (Lamrim). Im September werden wir deshalb mit einem einjährigen Lehrgang zum Lamrim beginnen, der jeweils freitags hauptsächlich unter der Leitung von Christof Spitz stattfinden wird; Unterricht und Meditation werden gleichermaßen berücksichtigt. Ich würde mich freuen, wenn diejenigen, die bisher zu der Meditation kommen, an diesem Kurs teilnehmen würden, um so systematischer und vollständiger die Grundlagen der Meditation zu erlernen. Der Kurs kann später auch auf das Siebenjährige Studium angerechnet werden. Ende August werden wir auf dem Lande eine fünftägige Klausur zum Lamrim unter meiner Leitung durchführen, zu der ich sie herzlich einlade.

Am 16. Juli werde ich im Rahmen einer Veranstaltung zum 40. Jahrestag des Bestehens der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) einen Vortrag in der Universität halten. Neben dem tibetischen Buddhismus werden dabei auch Referenten des Zen- und Theravada-Buddhismus anwesend sein, so daß wir – wie im letzten Jahr – die Einheit der Buddhisten erleben können.

Immer wieder wird die Bitte an uns gerichtet, Veranstaltungen auch für Kinder anzubieten. Wir haben deshalb den 24. September als Kindertag vorgesehen, an dem wir nach einigen Worten und Gebeten im Tempel zusammen Picknick machen wollen. Wenn Sie an der Vorbereitung mitwirken wollen, melden Sie sich bitte bei uns.

Heft 34 - 3/1995

Schwerpunkt-Thema:

  • Editorial (PDF)
  • Aus dem „Lexikon der Hamburger Religionsgemeinschaften“: Buddhismus auf einen Blick (PDF)
  • Geshe Thubten Ngawang: Meditation des Gleichmuts (PDF)
  • Geshe Thubten Ngawang: Buddhanatur: Das Potential für die Erleuchtung (Teil 2) (PDF)
  • Canadian Tibet Committee: Der Mönch Palden Gyatso - 33 Jahre in chinesischen Gefängnissen und Arbeitslagern (PDF)
  • S. H. Dalai Lama: Der schützende Baum der gegenseitigen Abhängigkeit (PDF)
  • Ein Langlebensgebet für S. H. Dalai Lama: Der melodische Gesang, der Unsterblichkeit verleiht (PDF)
  • Der Dalai Lama in Köln: Konflikte lösen — mit klaren Überlegungen (PDF)
  • Auszüge aus der Podiumsdiskussion in Bonn: „Wir rücken vom Mittleren Weg nicht ab“ (PDF)
  • Interview mit Gyaltsen Gyaltag: „Wir fühlen uns durch diesen Besuch ermutigt“ (PDF)
  • Michael Alexander: Buddhistisches Gedankengut in den Lehren Jesu? (PDF)
  • Aktuelles (PDF)
  • Buchbesprechungen (PDF)

Tibet & Buddhismus: Heft 34 Potential für die Erleuchtung

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