Tibet & Buddhismus: Heft 27 4/1993 Schwerpunkt-Thema: Erziehung im Buddhismus

Editorial von Geshe Thubten Ngawang

Liebe Mitglieder und Freunde,

Die fruchtbare Arbeit des Tibetischen Zentrums ist ein Resultat der harmonischen Zusammenarbeit vieler Menschen. Ich denke dabei mit Dankbarkeit vor allem an die Mitglieder unseres Vereins, die Abonnenten der Zeitschrift, an meine Studenten, die in der Flüchtlingshilfe Engagierten, die Unterstutzer der politischen Sache Tibets und an die Mitarbeiter im Haus zusammen mit den ehrenamtlichen Helfern. Sie alle mochte ich herzlich grüßen.

Meiner Einschätzung nach war das letzte Quartal eine sehr wertvolle Zeit. An erster Stelle ist im Rückblick der eindrucksvolle Besuch unseres verehrten Lehrers Geshe Ugyen Rinpoehe im Sommer zu nennen. Trotz seines fortgeschrittenen Alters erfreut sich Rinpoche guter Gesundheit und ungebrochener Vitalität. über mehrere Wochen erhielt eine groI3e Anzahl von Teilnehmern die für den Geist so wohltuenden Unterweisungen zum Stufenweg zur Erleuchtung (Lam-rim). Grundlage des Unterrichts war ein Text des 7. Dalai Lama, der erfreulicherweise auch in deutscher Übersetzung vorlag [Anm. d. Red.: Dalai Lama: Gesang der inneren Erfahrung; dharma edition 19931. Im Anschluß daran war es möglich, tiefgründige Initiationen in die tantrischen Lehren des Buddha zu erhalten. 15  Schüler nutzten nach dieser Inspiration die Gelegenheit zu einer dreiwöchigen Meditationsklausur in unserer Klausurstätte auf dem Land. Für das gute Gelingen all dieser Veranstaltungen möchte ich mich bei allen Helfern bedanken.

Das Systematische Studium des Buddhismus geht in das sechste Jahr. In diesem Semester wird die Schrift Die Lampe auf hm Pfad von Atisa gelehrt werden. Mit Hilfe dieses Textes können die Teilnehmer die Tugenden des Geistes anwachsen lassen und die Fehler erkennen und verringern. Auch wenn Sie am bisherigen Studienprogramm nicht teilgenommen haben, können Sie sich, wie in unserer letzten Zeitschrift angekündigt, für dieses eine Jahr als Student einschreiben lassen [Anm. d. Red.: Auswärtige Freunde haben die Möglichkeit, das Studium aus der Ferne mitzumachen]. Die Methodik dieser stufenweisen Schulung hat sich seit mehr als 2000 Jahren in vielen Ländern, in die sich der Buddhismus ausgebreitet hat, bewahrt und Menschen zu einem heilsamen Leben geführt.

Die Unterstützer Tibets leisten wertvolle Arbeit für meine leidenden Landsleute. Ich möchte wiederum betonen, daß im Moment eine entscheidende Zeit für den Erhalt der Kultur und der Religion Tibets gekommen ist und schon geringe Bemühungen einen großen Nutzen bringen können. Ich bitte deshalb alle Beteiligten, ihren wertvollen Beitrag fortzusetzen.

Die vom Tibetischen Zentrum geleistete Flüchtlingshilfe kommt vielen Bedürftigen und Studenten in Indien zugute. Wir Tibeter sind sehr dankbar für Ihre Hilfe. Im Dezember werde ich nach Indien fahren, um an wichtigen Unterweisungen des Dalai Lama teilzunehmen. Wenn ich bei dieser Gelegenheit Anfragen von Ihnen vermitteln kann oder Sie etwas aus Indien benötigen, lassen Sie es mich bitte wissen. Ich werde mich bemühen, die Angelegenheit für Sie zu klären.

Heft 27 - 4/1993

Schwerpunkt-Thema: 

  • Editorial (PDF)
  • Ein Bericht von Carola Roloff: S. H. Dalai Lama auf dem Ev. Kirchentag in München (PDF)
  • Geshe Thubten Ngawang: Erziehung im Buddhismus (HTML) (PDF)
  • Rede S. H. Dalai Lama in Wien: Was die Chinesen nicht hören wollten (PDF)
  • Geshe Rabten: Auf dem Weg zur geistigen Freude (HTML) (PDF)
  • S. H. Dalai Lama: Sich dem spirituellen Meister anvertrauen (PDF)
  • Geshe Thubten Ngawang: Karma (PDF)
  • Offener Brief und Bericht: Treffen mit westlichen Lehrern des Buddhismus (PDF)
  • Ein Bericht von Liesl Blumenthal: Einweihung des größten Friedensstupas in Europa (PDF)
  • Tibet-Nachrichten (PDF)
  • Buchbesprechungen (PDF)
  • Interne Nachrichten (PDF)

Tibet & Buddhismus: Heft 27 Erziehung im Buddhismus

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