DAS GESETZ DER ETHIK

ein Gespräch in Zitaten zwischen Buddha, Kant und dem kosmischen Ganter Hamsa...

Haṃsa: Was ist das „unbedingt Gesollte“, das ultimative Lebensziel des Menschen, was soll man tun und zu welchem Zweck?

Kant: Die Einheit von Tugend und Glück!

Buddha: Der Zustand der Befreiung, die unwandelbare Einheit von Weisheit und Liebe, jenseits von Glück und Leid.

Kant: Ein Gebot, dass jedermann sich glücklich zu machen suchen sollte, wäre töricht: denn man gebietet niemals jemandem das, was er schon unausbleiblich von selbst will. (…) Der im Spiel verloren hat, kann sich wohl über sich selbst und seine Unklugheit ärgern; aber wenn er sich bewusst ist, im Spiel betrogen (obzwar dadurch gewonnen) zu haben, so muss er sich selbst verachten, sobald er sich mit dem sittlichen Gesetz vergleicht. Dieses muss also doch etwas anderes als das Prinzip der eigenen Glückseligkeit sein.

Buddha: Der schlecht Handelnde grämt sich hier, grämt sich nach dem Tod, an beiden Orten grämt er sich. Schmerzerfüllt die Befleckung durch sein Handeln sehend, grämt er sich und ist niedergeschlagen.

Kant: Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte. (…) Reine Vernunft ist für sich allein praktisch und gibt (dem Menschen) ein allgemeines Gesetz, welches wir das Sittengesetz nennen.

Haṃsa: Hm, es gibt also eine Verbindung zwischen der Beschaffenheit des Geistes und seiner Erkenntnis der Ethik. Der Mensch weiß um das ethische Gesetz, auch wenn sein egoistisches Glücks-Begehren ihn abhält, das zu tun, was er als ethisch richtig und vernünftig weiß. Da fängt meine alte Wunde gleich wieder an zu schmerzen. Ethisches Handeln entspricht der Vernunft, und es hat praktische Auswirkungen auf den Geist …

Buddha: Das Nicht-Tun alles Schlechten, das Kultivieren des Heilsamen und die Klärung des eigenen Geistes, das ist die Lehre des Buddha. (…) Der Edle, der sein Selbst liebt, schütze es, so dass es richtig geschützt ist.  Der Weise bewache die Enthaltung, die zum weiteren, zum Überschreiten ist. (…) Das Selbst ist der Meister des Selbst. Welcher andere könnte der Meister sein? Mit der Zähmung des Selbst erlangt man die Meisterschaft, die so schwer zu erlangen ist. (…) Das Selbst, welches das schlechte tut, beschmutzt das Selbst. Das Selbst, welches das schlechte unterlässt, reinigt das Selbst. Reinheit oder Unreinheit hängen vom Selbst ab. Nicht kann ein anderer einen anderen reinigen.

Kant: Vollends aber alles Strafen und Belohnen nur als das Maschinenwerk in der Hand einer höheren Macht anzusehen, welches vernünftige Wesen dadurch zu ihrer Endabsicht (der Glückseligkeit) in Tätigkeit zu setzen allein dienen sollte, ist gar zu sichtbar ein alle Freiheit aufhebender Mechanismus ihres Willens, als dass es nötig wäre, uns hierbei aufzuhalten.

Feiner noch, aber ebenso unwahr, ist das Vorgehen derer, die einen gewissen moralischen besonderen Sinn annehmen, der, und nicht die Vernunft, das moralische Gesetz bestimmete, nach welchem das Bewusstsein der Tugend unmittelbar mit Zufriedenheit und Vergnügen, das des Lasters aber mit Seelenunruhe und Schmerz verbunden wäre, und so doch alles auf Verlangen nach eigener Glückseligkeit aussetzen. (…) Um den Lasterhaften als durch das Bewusstsein seiner Vergehungen mit Gemütsunruhe geplagt vorzustellen, müssen sie ihn, der vornehmsten Grundlage seines Charakters nach,  schon zum voraus als, wenigstens in einigem Grade, moralisch gut, so wie den, welchen das Bewusstsein pflichtgemäßer Handlungen ergötzt, vorher schon als tugendhaft vorstellen. (…) Dass übrigens, so wie, vermöge der Freiheit, der menschliche Wille durchs moralische Gesetz unmittelbar bestimmbar ist, auch die öftere Ausübung, diesem Bestimmungsgrunde gemäß, subjektiv zuletzt ein Gefühl der Zufriedenheit mit sich selbst wirken könnte, bin ich gar nicht in Abrede. Vielmehr gehört es selbst zur Pflicht, dieses, welches allein das moralische Gesetz genannt  zu werden verdient, zu gründen und zu kultivieren.

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