Vertrauen und Studium sind keine Gegensätze

Geshe Pema Samten

Das Systematische Studium des Buddhismus im Tibetischen Zentrum basiert auf den Aussagen des  Buddhas, die er in den Sutras gelehrt hat und die sich dann später entwickelt haben zu den philosophischen Lehrmeinungen des Buddhismus in der Kommentarliteratur der großen indischen Meister. 

Manche mögen denken, dass Studium und Religion Gegensätze seien, dass es in der Religion nur darum gehe, blindes Vertrauen in Dogmen zu setzen. Im Buddhismus wird das ganz anders gesehen. Es gibt verschiedene Formen von Vertrauen. Eine intelligente Form des Vertrauens basiert auf Analyse und philosophischen Überlegungen. Dieses Vertrauen ist eindeutig stabiler, denn es beruht auf einem tieferen Verständnis. Wer studiert, muss nicht allein dem vertrauen, was andere sagen. Er kann die Zusammenhänge selbst beurteilen. 

Ich rate den Studentinnen und Studenten, eine gewisse Entschlossenheit an den Tag  zu legen und langfristig und kontinuierlich dabei zu bleiben. Auch ist es gut, mit der Motivation zu studieren, dass es auch für andere von Nutzen sein soll. 

Wir werden feststellen, dass der Stoff nicht immer einfach ist. Manchmal könnten wir sogar an einen Punkt kommen, wo wir uns fragen, welchen Nutzen das Studium überhaupt hat. Dann braucht man eine starke heilsame Motivation, insbesondere Mitgefühl, den Wunsch, etwas für andere zu tun. Wenn dann Schwierigkeiten aufkommen, ertragen wir sie mit dieser weiten Perspektive.

Ich rate Ihnen auch, eine gewisse Entspanntheit an den Tag zu legen. Wir sollten uns zwar ernsthaft bemühen, den Stoff zu verstehen, aber wir müssen uns nicht verkrampfen, wenn etwas nicht so klar ist. Manchmal sind auch Pausen gut, um den Kopf wieder etwas frei zubekommen. So kann man langfristig sein Interesse am Studium bewahren und das, was man begonnen hat, zu Ende bringen.

Video: Geshe Pema Samten zum Studium

Wir verwenden auf dieser Seite Google Analytics