Patenkuh des Tibetischen Zentrums gestorben

Das Tibetische Zentrum hatte anlässlich der schweren Krankheit von Geshe Thubten Ngawang (1932-2003) eine Patenschaft für eine Kuh übernommen. Denn Tiere zu befreien, die bestimmt getötet würden, gehört im Buddhismus zur religiösen Praxis.

Die Kuh Selkis ist nun im stolzen Kuh-Alter von 18 Jahren eines natürlichen Todes gestorben. Nur wenigen Kühen ist heutzutage ein so langes, sorgenfreies Leben beschieden. Unter den Bedingungen der Massentierhaltung werden die Kühe normalerweise mit fünf Jahren oder sogar früher geschlachtet - sobald sie nicht mehr "produktiv" sind, das heißt keine Milch mehr geben.

Die Besitzerin, Jutta Höhmann, wollte Selkis dieses Schicksal ersparen. Die Bäuerin konnte es sich aber nicht leisten, die Kuh durchzufüttern, bis diese eines normalen Todes stirbt.

Das Tibetische Zentrum übernahm daher Anfang 2003 die Patenschaft. Schüler von Geshe Thubten Ngawang spenden seitdem regelmäßig einen Betrag pro Jahr, um für Futter und tierärztliche Betreuung des Tiers aufzukommen.

Am 13. Oktober ist die Kuh gestorben. Dazu schreibt die Bäuerin Jutta Höhmann:

Nach einem stürmischen, naßkalten Wochenende Anfang Oktober beschloss ich, die Kuh in den Stall zu holen, weil sie ab und an hustete und angeschlagen auf mich wirkte. Dort wäre sie mehr unter Aufsicht, könnte individueller versorgt werden und wäre geschützt vor ungemütlichem Wetter.

Zusammen mit einer kranken Kuh und einer Kuh mit Kalb kam sie in eine gut eingestreute Liegehalle. Als am Freitag, 10.10. die Tierärztin auf dem Hof war, bat ich sie, Selkis zu untersuchen. Sie diagnostizierte eine Kehlkopf- und Luftröhrenentzündung und verabreichte ihr Antibiotika.

Am nächsten Tag hatte sich Selkis Verfassung dramatisch verschlechtert: sie konnte nicht mehr aufstehen, kämpfte mit starker Atemnot. Die herbeigerufene Tierärztin konnte sich keinen Reim machen.

Am Sonntag ging es wieder besser: Selkis fraß und trank, hatte weniger Schwierigkeiten beim Atmen. Leider verschlechterte sich ihr Zustand jedoch am Montag wieder, sie litt vor allem unter Atemnot.

Als ich abends spät nach einer Besprechung noch einmal nach ihr schaute, ging es ihr so schlecht, dass ich beschloss, bei ihr zu bleiben, um Tara-Mantras zu rezitieren. Schon bald wurde Selkis` Atem unregelmäßig, stockte einige Male ganz kurz - und dann starb sie mit ein paar langen Seufzern.

Nach einem ähnlichen Erlebnis in Süddeutschland hatte ich nun zum zweiten Mal erlebt, dass das Rezitieren des Tatra-Mantras es Lebewesen erleichtert, ihren physischen Leib zu verlassen, wenn die Zeit gekommen ist.

 

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