Menschenrechte sind universell

 

„Heute werden die Werte der Demokratie, die offene Gesellschaft, die Achtung der Menschenrechte in der ganzen Welt als universelle Werte anerkannt. Meiner Meinung nach besteht ein enger Zusammenhang zwischen demokratischen Werten und den grundlegen menschlichen Werten. Wo Demokratie herrscht, haben die Bürger eine bessere Möglichkeit, ihre grundlegenden menschlichen Qualitäten zum Ausdruck zu bringen. Wo diese grundlegenden menschlichen Werte sich durchsetzen, gibt es auch mehr Möglichkeiten, die Demokratie zu stärken. Und noch wichtiger: Die Demokratie ist auch die wirksamste Grundlage zur Sicherung des Weltfriedens.“

„Die Erklärung der Menschenrechte sieht in Bezug auf die Gleichberechtigung vor dem Gesetz vor, dass jeder einen Anspruch auf gleiches Recht und Freiheiten, ohne Diskriminierung irgendwelcher Art hat. Frieden und Freiheit können nicht garantiert werden, so lange grundlegende Menschenrechte verletzt werden. Gleicherweise kann es weder Frieden noch Stabilität geben, so lange Unterdrückung herrscht.“

S.H. der Dalai Lama

Alle Menschen sind gleich in ihrem Streben nach Glück

Der moderne Begriff der Menschenrechte ist von der europäischen Aufklärung geprägt und wird teilweise politisch vom Westens benutzt. Trotzdem ist der Gedanke universell. Der Buddha betonte, dass alle Menschen unabhängig von Nationalität, Geschlecht, Sprache, Religion, Überzeugung, Herkunft und Status den gleichen Wunsch nach Glück und auch das gleiche Recht darauf haben. Folglich lehnte der Erwachte das Kastensystem Indiens ab. Alle Mitglieder des Ordens wurde gleichberechtigt behandelt.

Die Gleichheit leitet sich daraus ab, dass jede menschliche Geburt besondere Fähigkeiten und eine besondere Würde mit sich bringt, die auf heilsame Handlungen in früheren Leben zurückgehen. Die Lehre von der Buddhanatur besagt, dass jeder in sich das Potenzial zur Erleuchtung trägt. Eine politische Führung hat vor allem die Aufgabe, den Einzelnen zu schützen und für Gerechtigkeit zu sorgen. Die Religion hält den Menschen zu gewaltlosem Verhalten an. Gewaltlosigkeit ist gerade in der globalisierten Welt die Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, in der alle aufeinander angewiesen sind. Aus der Sicht des Mahayana steht für den einzelnen buddhistischen Praktizierenden weniger der Kampf um seine eigenen Menschenrechte im Vordergrund, als der Einsatz für die Rechte anderer und seine Verantwortung für die Allgemeinheit.

Oliver Petersen, Lehrer im Tibetischen Zentrum

Im nächsten Heft von Tibet und Buddhismus, das kurz vor Weihnachten erscheint, lesen Sie weitere Beiträge zu diesem Thema, u.a. einen längeren Artikel S.H. des Dalai Lama zum  60. Geburtstag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

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