Tradition und Moderne: Die allgemeineinbildende Klosterschule Sera Je

Für die tibetischen Flüchtlinge im indischen Exil ist es besonders wichtig, in beiden Welten Fuß zu fassen. Einerseits sollen sie sich in ihrer neuen Heimat Indien adaptieren, andererseits aber auch ihre Ursprungskultur nicht verlieren.

Manche Tibeter gehen nach dem Studium in ihre Heimatdörfer in Tibet zurück und versuchen, die dortige Situation zu verbessern. Aufgrund der schwierigen politischen Situation ist dies jedoch nicht für alle möglich.

Mit unseren Hilfsprojekten wollen wir nicht nur kurzfristige Unterstützung gewährleisten, sondern die Situation der Flüchtlinge auch langfristig und unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ verbessern. Deswegen fördern wir neben der Grundversorgung der Mönche und Nonnen in den Klöstern auch Bauprojekte wie zum Beispiel den Ausbau von Gästehäusern in der Nähe der Klöster. Dadurch können die Nonnen und Mönche Zusatzeinnahmen durch interessierte Touristen erwirtschaften und sich mehr und mehr selbst finanzieren.

In unserer allgemeinbildenden Schule am Kloster Sera Je in Indien lernen die tibetischen Kinder Englisch, Mathematik Naturwissenschaften, Sozialkunde, Medienkompetenz, Chinesisch, Hindi und selbstverständlich auch die traditionelle tibetische Schrift. Dadurch ist es ihnen möglich, einen Zugang zu der umfangreichen tibetisch-buddhistischen Literatur zu erlangen und ihre kulturellen Wurzeln nicht zu verlieren.

Das Ziel der allgemeinbildenden Klosterschule ist es, den Schülern zum einen eine berufliche Perspektive in der „modernen Welt“ zu bieten. Das wird dadurch gewährleistet, dass der Schulabschluss von den indischen Behörden als Zugangsvoraussetzung zu den Universitäten (oder zu einer allgemeinen Berufsausbildung) anerkannt ist. Andererseits möchte die Schule auch den Zugang zu den höheren buddhistischen Studien (u.a. Logik, Kunst und Kunsthandwerk, Medizin und Grammatik) ermöglichen und den Mönchen eine tiefgründige philosophisch-buddhistische Ausbildung vermitteln. Die ausgebildeten englischsprachigen Dozenten werden später in der Lage sein, den tibetischen Buddhismus fundiert weiterzugeben, das kulturelle Erbe Tibets zu bewahren und die buddhistische Ethik zu vermitteln.

Für die derzeit 650 Schüler gibt es eine Vielzahl förderungswürdiger Projekte (Schulspeisung, Tische und Schulbänke, Ausstattung der Unterrichtsmaterialien für Mathematik und Naturwissenschaften, Ausbau der Schulküche). Unser drängendstes Problem ist derzeit der Mangel an Lehrer-Patenschaften, weswegen die Gehälter der hochengagierten Lehrkräfte nicht bzw. nur unregelmäßig beglichen werden können.

Dabei hat die allgemeinbildende Klosterschule hat einen hervorragenden Ruf! Auch seine Heiligkeit der Dalai Lama wird nicht müde zu betonen, wie wichtig die Arbeit der Schule für die neu heranwachsende Generation ist. Dies kommt durch seine regelmäßigen Besuche, Gastvorlesungen und seine unermüdlichen Bemühungen um Spenden deutlich zum Ausdruck.

In einem Grußwort schreibt S. H. der 14. Dalai Lama:

“Sera Je School has proved to be a good learning centre not only for the students from the Tibetan refugee community but also to those from the remote areas like Ladakh and Arunachal Pradesh. Lately, young novices from Tibet, who does not have the opportunity to study under the Chinese rule, have joined the School. In this School, they not only learn Buddhist philosophical texts and various aspects of Tibetan culture, but also receive modern education.

I have always believed that education is the key to the success of our life and hope for regaining back our homeland. I am confident that Sera Je School will continue with its endeavour to impart proper education to the future generation of Tibetans as well as their fellow brothers from the Himalayan region. I wish to thank the donors, well wishers and the staff of Sera Je School for sustaining this School.”

Auch andere hochrangige tibetische Vertreter aus Politik, Religion und Kultur erweisen der Schule ihre Wertschätzung durch regelmäßige Besuche und Gastvorlesungen. Sie alle teilen auch unsere Auffassung, dass eine fundierte Ausbildung der Schlüssel zur Zukunft ist.

Es ist uns ein Herzensanliegen, diese kostbare Arbeit auch weiterhin fördern zu können. Bitte unterstützen Sie diese wertvollen Projekte mit Ihrer Spende! Vielen Dank!

Tibetisches Zentrum e.V. , Flüchtlingshilfe, GLS Gemeinschaftsbank

IBAN DE83 4306 0967 0030 5939 00, BIC GENODEM1GLS

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