Geschichte des Tibetischen Zentrums

Auf Initiative deutscher Buddhisten gründete der große tibetische Meister Geshe Rabten, der damals persönlicher Berater S.H. des Dalai Lama war, 1977 in Hamburg das Tibetische Zentrum e.V.

S.H. der Dalai Lama übernahm von Beginn an die Schirmherrschaft. Er wählte 1979 aus drei Kandidaten, die ihm Geshe Rabten vorlegte, den tibetischen Meister Geshe Thubten Ngawang (1932-2003) als Geistlichen Leiter aus. Dieser leistete zusammen mit seinen ersten Schülern, Carola Roloff, Christof Spitz und Oliver Petersen, Pionierarbeit bei der Vermittlung des tibetischen Buddhismus im Westen und beim Aufbau des Tibetischen Zentrums.

Das Besondere: Geshe Thubten Ngawang lebte von 1979 bis zu seinem Tod im Januar 2003 im Tibetischen Zentrum. Durch die ständige Präsenz eines Lehrers konnten die Schülerinnen und Schüler Erfahrungen aus erster Hand sammeln. Das entspricht dem Prinzip der Weitergabe der Lehre im Buddhismus vom Lehrer direkt auf den Schüler.

Geshe Thubten Ngawang hatte die Vision, alle wichtigen Teile der Buddha-Lehrer im Tibetischen Zentrum zu etablieren: den buddhistischen Orden, die verschiedenen Gelübde von Mönchen, Nonnen und Laien-Buddhisten, ein fundiertes Studium und eine korrekte Meditationspraxis. Er sorgte dafür, dass die Lehren von Sutra und Tantra nach tibetischer Tradition vermittelt und praktiziert wurden.

Studium und Meditation

1988 konzipierte Geshe Thubten Ngawang, unterstützt von seinem Tibetisch-Übersetzer Christof Spitz, das Systematische Studium des Buddhismus, das über Deutschland hinaus Renommee erlangte. Das Studium ermöglichte es Westlern, sich neben ihrem Beruf fundierte Kenntnisse über den Buddhismus und seine Philosophie anzueignen. Mittlerweile läuft der 8. Lehrgang dieses Studiums, an dem über die Jahre rund 1000 Studenten teilgenommen haben.

1996 bezog das Tibetische Zentrums das zunächst gepachtete Meditationshaus Semkye Ling in der Lüneburger Heide. Damit ging der Wunsch Geshe Thubten Ngawangs in Erfüllung, neben dem Studium auch Möglichkeiten für die Meditationspraxis zu schaffen. In Semkye Ling gab es auch die Chance, die verschiedenen tantrischen Rituale zu erlernen, etwa Feuerpujas und Selbsteinweihungen zur Reinigung tantrischer Gelübde.

2001 wollte der Pächter das Haus verkaufen. Aufgrund großzügiger Spenden und privater Darlehen gelang es dem Tibetischen Zentrum, das Meditationshaus zu kaufen.

Buddhismus aus authentischer Quelle

In der Zeit seines Wirkens lud Geshe Thubten Ngawang immer wieder große Meister seiner Tradition in das Tibetische Zentrum ein, u.a. Geshe Rabten, Song Rinpoche und vor allem Kensur Geshe Ugyen Rinpoche, der seit Mitte der 80er Jahre fast jedes Jahr zu Besuch kam. Der große Tantrameister gab vor allem, neben Belehrungen zur Geistesschulung, tantrische Initiationen und Erklärungen.

Die Verbindung zum Schirmherrn S.H. des Dalai Lama blieb über die ganze Zeit des Bestehens sehr eng. So folgte der Dalai Lama Einladungen des Tibetischen Zentrums in den Jahren 1982, 1991, 1998 und 2007. 1991 besuchte Seine Heiligkeit das Haus in Hamburg-Rahlstedt, weihte den Tempel ein und pflanzte einen Baum. 1998 wohnte er anlässlich der Veranstaltungen "Buddhas Weg zum Glück" mit seinem Mitarbeiterstab zehn Tage im Meditationshaus.

Einen großen Einschnitt erlebte das Tibetische Zentrum durch den Tod seines Geistlichen Leiters im Januar 2003. Geshe Thubten Ngawang hatte aber noch dafür gesorgt, dass mit Geshe Pema Samten ein neuer tibetischer Lehrer ins Tibetische Zentrum kam.

Geshe Pema Samten ist ein hoch qualifizierter tibetischer Gelehrter und Mediationsmeister. Er sorgt heute zusammen mit tibetischen Gastlehrern und westlichen Buddhismus-Lehrer für die authentische Vermittlung des Buddhismus im Tibetischen Zentrum.