Weltreligion Buddhismus

Der Buddhismus ist eine der ältesten Weltreligionen. Er wird nach seinem Stifter Buddha, “dem Erwachten”, benannt. Der historische Buddha wurde vor rund 2500 Jahren als Siddharta Gautama in Nordindien geboren. Er erlangte als Mensch mit den Mitteln der Geistesschulung und Meditation die Erleuchtung oder das Nirvana, den höchsten Zustand. Aus dieser Erfahrung heraus lehrte er andere die Mittel, damit auch sie diesen erhabenen Zustand erlangen.

Den Geist schulen

Aus Sicht des Buddha kann man Glück im Sinne eines dauerhaften Wohlergehens nicht oder nur bedingt dadurch erlangen, dass man sich auf äußere Dinge stützt. Glück entsteht durch die Schulung des Geistes. Es muss von innen heraus entwickelt werden.

Glück hängt mit positiven Geisteszuständen wie Mitgefühl, liebender Güte, Geduld und Weisheit zusammen, und diese gilt es gezielt durch Meditation und Gewöhnung zu stärken. Die Geistesschulung spielt eine zentrale Rolle im Buddhismus. Den Geist schulen bedeutet, ihn positiv umzuwandeln und Kontrolle über die Gedanken und Emotionen zu erlangen.

Die Vier Edlen Wahrheiten

Die Kernlehre des Buddha, auf die sich alle buddhistischen Übungswege stützen, ist in den Vier Edlen Wahrheiten niedergelegt: der Wahrheit vom Leiden, von den Ursachen des Leidens, von der Beendigung des Leidens und von dem Pfad, der zur Aufhebung des Leidens führt.

Leiden basiert aus buddhistischer Sicht auf einer falschen Wahrnehmung der Wirklichkeit. In den Vier Edlen Wahrheiten hat der Buddha dargelegt, wie es durch geistige Schulung möglich ist, die wahre Natur des Seins zu erkennen und auf diese Weise echtes Glück zu erlangen.

Die Wahrheit vom Leiden besagt, dass wir als gewöhnliche Lebewesen niemals einen Zustand dauerhaften Wohlergehens haben. Stattdessen leben wir in einem instabilen Zustand und in völliger Unfreiheit, insbesondere was die Prozesse von Geburt und Tod angeht.

In der Wahrheit von den Ursprüngen des Leidens legte der Buddha dar, dass negative Geisteszustände wie Gier und Hass sowie Handlungen (Karma) die Ursachen des Leidens sind. Aufgrund des Karma, das die Wesen unter der Kontrolle negativer Geisteszustände ansammeln, unterliegen sie dem Prozess der Wiedergeburt.

Die Wahrheit vom Aufhören des Leidens (Nirvana) beschreibt, wie ein Zustand dauerhaften Glücks beschaffen ist, in dem alle Leiden und Leidensursachen beendet sind.

Die Wahrheit vom Pfad weist den Weg, mit welchen Mitteln die Beendigung des Leidens erlangt werden kann. Im Wesentlichen lehrte der Buddha die drei Schulungen von Ethik, meditativer Konzentration und Weisheit. Wer diese übt kann Nirvana, die völlige Leidfreiheit, erlangen.

Die buddhistischen Traditionen

Für alle Buddhisten sind die Vier Wahrheiten die Basis. Über die Jahrhunderte haben sich verschiedene Traditionen herausgebildet, wobei zwei große Richtungen unterschieden werden:

Der Theravada-Buddhismus breitete sich von Indien nach Südost-, Zentral- und Ostasien aus und ist heute in Burma, Indonesien, Kambodscha, Laos, Sri Lanka und Thailand zu Hause. Dieses buddhistische Fahrzeug verfolgt vor allem das Ziel der endgültigen, persönlichen Befreiung vom Leiden.

Der Mahayana-Buddhimus breitete sich von Indien über China nach Japan, Korea und Vietnam aus. Nach Tibet gelangte der Buddhismus im 7. Jahrhundert direkt aus Indien. Im Mahayana steht die Erleuchtung aller Lebewesen im Zentrum der religiösen Praxis; Übungen zur Entwicklung altruistischer Einstellungen wie Mitgefühl und Liebe sind die Essenz dieses Weges.

Die unterschiedlichen Traditionen und Schulen, die sich im Laufe der Jahrhunderte unter dem Einfluss verschiedener Kulturen herausgebildet haben, ergänzen und respektieren sich gegenseitig. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts hat der Buddhismus auch im Westen Anhänger gefunden. In Deutschland vertritt die Deutsche Buddhistische Union als Dachverband die verschiedenen buddhistischen Gruppen.

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