Missverständnisse über das Buddhistische Tantra |
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Fragen und Antworten, zusammengestellt von Carola Roloff Der Ursprung des TantraFRAGE: Woher stammt das Tantra? Hat der Buddha es gelehrt? ANTWORT: Die Indologen unterscheiden hinduistischen und buddhistischen Tantrismus. Der Hinduismus entstand in den letzten Jahrhunderten vor Christus. Es gibt nicht "den Hinduismus", sondern verschiedene Kulte, die auf Vishnu, Krishna, Shiva usw. ausgerichtet sind. Grundlage ist die Anerkennung des Veda und der Vorrang des Brahmanenstandes innerhalb eines Kastensystems. Innerhalb der verschiedenen Richtungen des Hinduismus bildete sich im Shivaismus und Vishnuismus um 500 n. Chr. der Tantrismus heraus. Nah verwandt ist der vornehmlich in Bengalen beheimatete Shaktismus, dessen Texte gewöhnlich als Tantra bezeichnet werden. In ihm wird die Shakti ("Kraft", "Energie") des Gottes in personifizierter Gestalt als seine Gemahlin verehrt, in erster Linie die Göttin Durga (Gemahlin Shivas). In diesem Zusammenhang werden auch orgiastische Praktiken erwähnt. Die Gottheiten des Shaktismus werden oft in sexueller Vereinigung dargestellt. In manchen Formen des Shaktismus sind sexuelle Ausdrucksformen nur noch Symbole innerer meditativer Prozesse; die Vereinigung wird hier auf geistiger Ebene, nicht mehr auf körperlicher Ebene vollzogen. Unter Indologen unbestritten ist, dass der Buddhismus und Brahmaismus/Hinduismus auf Grund ihrer langen Geschichte und Koexistenz in Indien Gemeinsamkeiten aufzuzeigen haben und einige Buddhisten Brahmanen und daher mit dem Veda und seinen Ritualen vertraut waren. -1- Worin die Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Einzelnen bestehen, ist noch weitgehend unerforscht bzw. nicht detailliert publiziert. Wenn sich überhaupt Aussagen treffen lassen, dann höchstens hinsichtlich einzelner Tantras. Diese sind, soweit es den Buddhismus betrifft, in kanonischen Werken in Zyklen einzelner Gottheiten wie Kalacakra, Cakrasamvara, Hevajra, Vajrayogini usw. zusammengefasst. Der Ursprung des Vajrayana ("Diamant-Fahrzeug"), auch als tantrischer Buddhismus oder Esoterischer Buddhismus bezeichnet, wurde von den Indologen früher in der vedischen Religion gesehen. Man sagte, viele Hindu- Gottheiten seien in den buddhistischen Pantheon adaptiert worden, wo sie eine andere Bedeutung erfuhren. Viele Indologen tendieren heute aber wohl eher zu der Auffassung, dass sich Brahmaismus/Hinduismus und Buddhismus gegenseitig beeinflusst haben. Zwar habe man es mit zwei unterschiedlichen Weltreligionen zu tun, aber auf Grund geografischer Nähe und gleicher religiös-kultureller Wurzeln hätten sich Gemeinsamkeiten herausgebildet. Im Tibetischen Buddhismus spricht man von "Mantra", wenn es um die Praxis geht. Der Begriff Tantra bezeichnet verschiedene Arten von Texten; so gibt es z.B. auch medizinische und astrologische Tantras. Die meisten Tantras sagen von sich selbst, dass sie aus dem Munde Shakyamunis oder anderer Buddhas stammen. Die historisch denkenden Wissenschaftler unserer Zeit zweifeln jedoch daran, denn alle Anhaltspunkte deuten darauf hin, dass die ersten Tantras erst eine geraume Zeit nach dem Tod des Buddha Shakyamuni (5.-4. Jh. v. Chr.) auftauchten. In seinem Buch Die Lehren des tibetischen Buddhismus (Hamburg: Hoffmann und Campe 1998, S. 129) weist der Dalai Lama darauf hin, dass es zur Entstehung des Vajrayana unterschiedliche Meinungen gibt, insbesondere zu der Frage, wann und wo der Buddha die Tantras lehrte. Man brauche nicht davon auszugehen, dass der Buddha alle tantrischen Lehren innerhalb seiner historischen Lebensspanne gab. Vielmehr sei es möglich, dass tantrische Lehren auch später aus außergewöhnlichen Einsichten hoch verwirklichter Yogis entstehen konnten. "Diese besaßen die Fähigkeit, die physischen Elemente sowie die Potenziale im menschlichen Körper und Geist in vollem Umfang zu erforschen. Als Resultat einer solchen Erforschung kann ein Übender sehr hohe Verwirklichungen erzielen und Visionen erleben, die ihn in die Lage versetzen, tantrische Belehrungen auf einer mystischen Ebene zu empfangen. Wenn man über die tantrischen Unterweisungen nachdenkt, sollte man seine Sicht also nicht durch starre Vorstellungen von Zeit und Raum einengen." TANTRA UND BUDDHISTISCHE ANFÄNGERFRAGE: Ist Tantra für Anfänger geeignet? ANTWORT: Ein Übender tritt durch das Empfangen einer vollständigen Initiation von einem qualifizierten Meister in das Tantra ein; diese dient dazu, den Geist des Schülers zur Reife zu bringen. Bei der Initiation werden die ersten Samen für das Erlangen der Buddha-Körper gelegt, die man als Resultat des Pfades erreichen wird. Der Begriff der Initiation bezieht sich auf eine Große Initiation mit einem Eintritt in das Mandala und nicht auf eine bloße Erlaubnisinitiation. Mit dem Erhalt der Initiation hat man zwar einen Zugang zur Übung der tantrischen Lehren gefunden, aber man ist noch nicht in den eigentlichen Pfad des Mantra eingetreten. Unabdingbare Voraussetzung für den Eintritt in den Mantra-Pfad ist die Entwicklung des besonderen Erleuchtungsgeistes: Der Schüler entwickelt das nichtkünstliche Streben danach, mit den Mitteln des Mantra die Buddhaschaft zum Wohle aller Wesen zu erreichen; er tritt in den Pfad ein, wenn er zum ersten Mal auf der Basis dieses besonderen Erleuchtungsgeistes die Erfahrung des Gottheiten-Yoga macht, der Meditation seiner selbst als Buddha auf der Basis der Erkenntnis der Leerheit. Geshe Thubten Ngawang hat im Rahmen des Systematischen Studiums des Buddhismus im Tibetischen Zentrum die Frage beantwortet, ob man sich angesichts der hohen Anforderungen besser auf den allgemeinen Pfad beschränken soll, bis man die Voraussetzungen für die Ausübung des Mantra erfüllt: "Natürlich gibt es eine bestimmte Reihenfolge in der Praxis. Man sollte zuerst die allgemeinen buddhistischen Tugenden und die des Mahayana entwickeln, bevor man Initiationen nimmt. Wer aber den Idealfall erreichen will, zuerst eine nichtkünstliche Erfahrung des Erleuchtungsgeistes zu verwirklichen, bevor er oder sie eine Initiation nimmt, wird wahrscheinlich in diesem Leben nicht dazu kommen, eine Verbindung zum Geheimen Mantra herzustellen. Deshalb müssen wir vielleicht etwas realistischer betrachten, was für uns möglich ist. Die Grundvoraussetzung für das Nehmen einer Initiation ist zumindest ein gutes Verständnis davon, was der Erleuchtungsgeist und die Leerheit sind. Wir sollten aus der Meditation bereits gewisse Erfahrungen in der Entwicklung des Erleuchtungsgeistes und der Erkenntnis der Leerheit besitzen. Ein bloß abstraktes Verständnis des Erleuchtungsgeistes reicht nicht aus; erforderlich ist ein tieferes Gefühl, die Buddhaschaft zum Wohle aller Wesen erreichen zu wollen. Das ist es, worum es im Großen Fahrzeug geht und das sollte auch unser Ziel sein, selbst wenn wir diese Geisteshaltung noch nicht ständig in nicht-künstlicher Form bewahren können. Mit diesen Voraussetzungen ist es angemessen, tantrische Initiationen zu nehmen. Sicherlich gibt es individuelle Unterschiede, und man kann es auch abhängig machen von seinem persönlichen Empfinden, was man für sich als das Beste und Vorteilhafteste empfindet." TANTRA UND SEXUALITÄTFRAGE: Ist Sex Teil der Tantra-Praxis im Buddhismus? ANTWORT: Im Vajrayana wird von vier Arten der Sinnesfreuden gesprochen, die durch Anschauen, Anlächeln, Anfassen und sexuelle Vereinigung entstehen und die die Yogis auf dem tantrischen Pfad nutzbar machen können. Was bedeutet es, wenn man im Vajrayana davon spricht, die "Begierde in den Pfad zu integrieren"? Geshe Thubten Ngawang sagte im Systematischen Studium des Buddhismus: "Zur Beantwortung dieser Frage muss man untersuchen, in welcher Art und Weise Begierde in den buddhistischen Fahrzeugen betrachtet wird. Im Shravaka-Fahrzeug werden keinerlei Methoden erklärt, um Begierde in irgendeiner Weise auf dem Pfad nutzbar zu machen. Begierde wird ausschließlich als hinderliche Eigenschaft und als etwas Aufzugebendes betrachtet. Im allgemeinen, nicht-tantrischen Bodhisattva-Fahrzeug verhält es sich etwas anders. In vielen Schriften wie zum Beispiel dem Schmuck der Klaren Erkenntnis von Maitreya wird erklärt, dass ein Bodhisattva Begierde in gewisser Weise nutzen kann, um die Ursachen für die vollkommene Erleuchtung zu vervollständigen. Bodhisattvas haben beispielsweise bewusst Kinder in die Welt gesetzt, von denen sie wussten, dass sie hilfreich zum Wohle der Menschen wirken würden. In solchen Fällen war sexuelles Verlangen ein Umstand für das Wirken zum Wohle anderer. (...) Im Mantra-Fahrzeug können fortgeschrittene Praktizierende, die auf dem allgemeinen Pfad geschult sind und den Gottheiten-Yoga beherrschen, bestimmte Begierden nutzen, um Fortschritte auf dem Pfad zu machen. In diesem Fall ist die Begierde nicht nur ein Umstand für den Fortschritt, sondern stellt eine echte substanzielle Ursache für den Pfad dar, der zur vollkommenen Buddhaschaft führt. Die Bewusstseinszustände von Freude und Glück, die im Zusammenhang mit bestimmten Formen der Begierde entstehen, werden transformiert, indem der Meditierende erkennt, dass er selbst als der Erlebende der Freude, das Objekt der Freude und die Freude selbst leer sind von inhärenter Existenz. Das letztliche Ziel besteht darin, den Geist völlig von der Begierde zu befreien und nicht etwa, die Begierde zu verstärken. Der Buddha vergleicht diese Vorgehensweise in einem Tantra mit einem Holzwurm, der das Holz auffrisst, aus dem er entstanden ist. Aus diesem Grund ist es auch notwendig, dass die entsprechenden Voraussetzungen und Qualifikationen bestehen, um diese hohen Praktiken ausführen zu können." Der Dalai Lama sagt dazu in Die Lehren des Tibetischen Buddhismus (1998, 202): "Ein Laienschüler, der von der Erzeugungsstufe zu den anfänglichen Ebenen der Vollendungsstufe vorangeschritten ist, sucht nach einer weiteren treibenden Kraft auf dem Pfad, indem er mit einer Gefährtin in die sexuelle Vereinigung eintritt. Für Übende mit den Regeln des Klosterlebens, die Mönche und Nonnen, ist dies jedoch noch nicht die Zeit, eine solche Vereinigung herbeizuführen. Der Meditierende muss zuerst vollständig mit der subtilen Natur des Körpers vertraut werden, ehe er die tiefgründigen Übungen der Vollendungsstufe durchführen kann. Er muss sich profundes Wissen über das innere System der Energiekanäle (nadi), die Winde (prajna), welche innerhalb der Kanäle fließen, und die subtilen Tropfen (bindu), die sich an bestimmten Stellen des Körpers befinden, aneignen." Tsongkapa macht deutlich, dass die Meditation der sexuellen Vereinigung eine wesentliche Methode des Höchsten Yogatantra für Übende mit höchsten Fähigkeiten ist und nicht, wie es der indische Meister Tripitakamala erklärt, für die Übenden mit mittleren oder niedrigen geistigen Begabungen. Der Dalai Lama sagt dazu: "Tatsächlich sind es die Besten unter den Übenden des Höchsten Yogatantra, die auf dem Pfad von der Begierde von einer Wissensgefährtin Gebrauch machen. Es ist diese Methode, durch die "juwelengleiche Personen" in einem Leben Buddhaschaft verwirklichen." (Tantra in Tibet, S. 75). TANTRA UND GEWALTFRAGE: Welche Bedeutung haben Gewaltsymbole im Tantra? ANTWORT: Im Buddhismus unterscheidet man zwischen Ansicht und Verhalten. Die buddhistische Ansicht ist besonders durch die Lehren vom Abhängigen Entstehen und Nicht-Selbst geprägt; der Grundpfeiler buddhistischen Verhaltens ist die Gewaltlosigkeit. Sie wird erklärt als eine mitleidsvolle Haltung des Geistes, die sich darin äußert, dass man das Leiden fühlender Wesen nicht ertragen kann und wünscht, dass sie davon frei sein mögen. Andere zu verletzen oder zu zerstören wird in allen buddhistischen Schulen prinzipiell als Aufzugebendes betrachtet. Der Bodhisattva, der das Mantra übt, muss so großes Mitgefühl besitzen, dass er möglichst schnell die Buddhaschaft zum Wohle aller Wesen erreichen will. Im Vajrayana gibt es so genannte zornvolle Gottheiten wie Yamantaka oder Mahakala, die von Furcht erregender Gestalt sind und Waffen oder ähnliche Attribute in ihren Händen halten. Diese Buddhas erscheinen zwar zornvoll, sind aber vollkommen von Mitgefühl bewegt. Ihr Äußeres ist eine Manifestation ihrer Weisheit und zeigt an, dass sie alle Hindernisse auf dem buddhistischen Pfad vollständig besiegen können. Ihre Waffen richten sich gegen Hindernisse wie Karma, verblendete Gewohnheiten wie Begierde, Hass und vor allem das Greifen nach einem Selbst. Die Idee dahinter ist, dass Kräfte, die sich normalerweise zerstörerisch auswirken, durch die tiefgründigen Methoden des Tantra transformiert und gereinigt werden. Zornvolle Gottheiten sind ein Symbol für die Fähigkeit, sogar zerstörerische Kräfte wie den Hass zu beherrschen und auf dem Pfad zu nutzen - ähnlich wie im Tantra die Begierde umgewandelt wird. TANTRA UND GELÜBDEFRAGE: Wie gehe ich mit den Gelübden um? ANTWORT: Es gibt drei Arten von Gelübden: Gelübde zur eigenen Befreiung (pratimoksha), wie die Gelübde der Mönche und Nonnen und die Laien-Gelübde, Bodhisattva-Gelübde sowie die Gelübde des Geheimen Mantra. Die Gelübde zur eigenen Befreiung beinhalten die dem Kleinen und Großen Fahrzeug gemeinsamen Regeln und beziehen sich hauptsächlich auf das äußere körperliche und sprachliche Verhalten. Die Disziplinen innerhalb des Bodhisattva- und des Tantra- Gelübdes beziehen sich stärker auf innere, geistige Vorgänge, wodurch diese Gelübde viel leichter gebrochen werden können als die Pratimoksha-Gelübde. Der eigentliche Tantra-Praktizierende ist derjenige, der sich bemüht, die tantrische Ethik einzuhalten. Wenn man eine einwandfreie Initiation erhalten hat, aber im Nachhinein die damit angenommenen Gelübde nicht einwandfrei bewahrt, ist es nicht möglich, die gewöhnlichen und höchsten Fähigkeiten (siddhi) auf dem Pfad zu erreichen. Mit der fehlerhaften Disziplin ist nicht allein gemeint, dass man die ethischen Verhaltensweisen nicht bewahrt, sondern auch, dass man keine Mittel anwendet, um sich von Fehlern und Übertretungen wieder zu reinigen. In welche der vier Tantra- Klassen man eintritt, ist eine Frage der Veranlagung und Fähigkeit. Nachdem man eine Initiation genommen hat, gilt es, jene Disziplin einzuhalten, die mit der Praxis der jeweiligen Tantra-Klasse verbunden ist. Geshe Thubten Ngawang gibt Schülerinnen und Schülern, die sich zur tantrischen Praxis entschlossen haben, folgenden Rat: "Es ist wahrscheinlich am geeignetsten, wenn man zunächst eine Initiation aus dem Kriyatantra, und dann später aufbauend Initiationen aus den anderen drei Tantra-Klassen nimmt. Es spricht aber auch nichts dagegen, direkt Initiationen aus dem Höchsten Yoga Tantra wie Guhyasamaja, Cakrasamvara, Yamantaka zu nehmen, solange man in der Lage ist, die Verpflichtungen, Gelübde und Gelöbnisse, die damit verbunden sind, einzuhalten. (...) Inwieweit man verschiedene Initiationen nehmen kann, ist davon abhängig, zu welchen Gelöbnissen und Gelübden man sich fähig hält. Dies wiederum ist abhängig davon, welche Willenskraft und Entschlossenheit man allgemein für die Bodhisattva-Praxis und insbesondere für die Tantra-Praxis aufbringt. Bevor man Initiationen nimmt, muss man deshalb selbst erforschen, inwieweit man sich befähigt fühlt, die verschiedenen Gelübde und Gelöbnisse im Leben zu bewahren. Auf dieser Basis kann man dann mehr oder weniger ausgedehnt Initiationen nehmen. Die vielfältigen Praktiken im Buddhismus bauen aufeinander auf; die fortgeschrittenen stützen sich auf die vorhergehenden. Es ist wichtig, sich durch die Studien ein gutes Verständnis zu verschaffen, was die verschiedenen Stufen der Dharma-Praxis sind und wie diese aufeinander aufbauen." Das Mantra-Gelübde gibt es nur in den oberen beiden Tantra-Klassen, d. h. im Yogatantra und im Höchsten Yogatantra. Das Sechsfache Guru-Yoga, das täglich rezitiert wird, enthält zusammengefasst die wesentlichen Praktiken, die man im Rahmen des Gelübdes des Geheimen Mantra einzuhalten verspricht; Erklärungen dazu werden nur auf der Basis einer Initiation aus dem Höchsten Yogatantra erteilt. Jemand, der sich nicht in der Lage sieht, ein Gelübde anzunehmen, und damit auch kein Bodhisattva-Gelübde ablegt, aber trotzdem starkes Vertrauen in die tantrischen Lehren besitzt und den Segen einer Initiation erhalten möchte, darf zwar in ein Mandala eintreten, aber innerhalb des Mandala nicht die Initiation nehmen.
1 In der Indologie werden zwei Theorien diskutiert: Das "Substrat-Modell", das von wechselseitiger Beeinflussung beider Religionen ausgeht, und das "Borge-Modell", das die These aufstellt, der Buddhismus habe Inhalte, Rituale etc. dem Hinduismus entnommen. Vgl. dazu David Seyfort Ruegg: A Note on the Relationship between Buddhist and Hindu Divinities in Buddhist Literature and Iconology: The Laukika/Lokottara Contrast and the Notion of an Indian "Religious Substratum?. In: Raffaele Torella: Le Parole E I Marmi. Rom 2001, 735-742. Alexis Sanderson: Vajrayana: Origin and Function. In: Dharmakaya Foundation (Hrsg.): Buddhism in the Year 2000. (International Conference Proceedings) Bangkok, Los Angeles 2000, 87-102.) |